Die Bargeld-Debatte neu vermessen

In den deutschen Feuilletons wird über Bargeld seit Jahren als Freiheitsfrage geschrieben. Der volkswirtschaftliche Blick zeigt: Es ist zunehmend eine Frage der Infrastruktur — und der Infrastrukturkosten.
Nutzung sinkt, Fixkosten bleiben
Die Bundesbank-Zahlungsstudie 2025 belegt: Der Barzahlungsanteil am Umsatz liegt bei rund 26 Prozent, an der Zahl der Transaktionen bei etwa 44 Prozent. Zugleich sind die Fixkosten des Bargeldkreislaufs — Werttransporte, Geldautomaten, Filialen — pro Transaktion gestiegen.
Zugang ist kein Selbstzweck
Der Gesetzentwurf zur Sicherung der Bargeldversorgung, den das Bundesfinanzministerium diskutiert, adressiert die richtige Frage: Wie bleibt Bargeld zugänglich, ohne dass ein ineffizientes System künstlich am Leben gehalten wird?
Die eigentliche Debatte
Die interessante Frage ist nicht, ob Bargeld verschwindet. Es verschwindet nicht. Die Frage ist, wie eine Gesellschaft eine Zahlungsform organisiert, die nur noch von einer Minderheit intensiv genutzt wird — ohne diese Minderheit auszuschließen.
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