Zahlungsverkehr

SEPA Instant wird Pflicht — was Banken jetzt unterschätzen

Die Instant-Payments-Verordnung schreibt seit Januar die kostengleiche Abwicklung von Echtzeitüberweisungen vor. Die Umsetzung ist in vielen Häusern technisch erfolgt — organisatorisch weniger.
Gesicherter Server mit Schloss und Netzwerkkabeln

Die Instant-Payments-Verordnung verpflichtet europäische Banken seit Januar dieses Jahres, Echtzeitüberweisungen zu denselben Kosten anzubieten wie klassische SEPA-Transfers und zusätzlich ein Verification-of-Payee-Verfahren zu implementieren.

Der technische Teil ist erledigt

Die meisten Institute haben die technische Anbindung an TIPS oder RT1 abgeschlossen. Das Verification-of-Payee-Verfahren ist implementiert. Die zentralen Systemtests wurden bestanden.

Der organisatorische Teil oft nicht

Was in Prüfberichten zunehmend auftaucht: Die Betrugserkennung in Echtzeit ist in vielen Häusern nicht auf dem Niveau, das ein 10-Sekunden-Abwicklungsfenster erfordert. Die Investitionen in Regelwerke, Analytik und Fallmanagement bleiben teils hinter dem technischen Fortschritt zurück.

Was jetzt zu tun ist

Wer die IPR ernst nimmt, betrachtet sie nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als laufenden Betrieb, dessen operative Reife messbar sein muss. Der Aufsichtsblick wird sich 2026 dorthin verschieben.

Katharina von Berg
Wirtschaftsjournalistin mit Fokus auf digitale Zahlungsinfrastrukturen, europäische Kartensysteme, Instant Payments und die Wettbewerbslage zwischen etablierten Netzwerken und neuen Anbietern.