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KI im Kernbanksystem — die stille Modernisierung

Große Institute integrieren generative Modelle nicht mehr nur an der Peripherie, sondern zunehmend in ihre Kernprozesse. Das eröffnet Effizienzgewinne — und schafft neue, unterschätzte Risiken.
Hand greift an ein Serverlaufwerk in einem Bankrechenzentrum

Die Integration von generativer KI in Kernbanksysteme galt bis vor achtzehn Monaten als riskant. Inzwischen ist sie bei mehreren Großbanken Realität — mit unterschiedlicher Reife.

Von der Chatbot-Peripherie zur Prozessmitte

Was mit Kundenservice-Bots begann, reicht heute bis in die Kreditprozessanalyse, in die Verarbeitung von Rechnungen und in die vorbereitende Betrugsklassifizierung. Der Sprung von der Peripherie in die Prozessmitte ist entscheidend — und regulatorisch anspruchsvoll.

Modellrisiko wird zur Kerndisziplin

Das etablierte Modellrisikomanagement, wie es aus dem Kreditrisiko bekannt ist, muss auf generative Modelle erweitert werden. Reproduzierbarkeit, Erklärbarkeit und die Beherrschbarkeit von Halluzinationen sind zentrale Fragen. Erste BaFin-Handreichungen deuten den Kurs an.

Technische Souveränität

Weniger diskutiert, aber gleich wichtig: Die Abhängigkeit von wenigen Modell-Anbietern schafft eine zusätzliche Konzentrationsdimension. Institute, die eigene Fine-Tuning-Fähigkeiten aufbauen, gewinnen strategische Optionalität.

Markus Steinbach
Diplom-Informatiker mit zusätzlicher Ausbildung in Finanzanalyse. Berichtet über Kernbanksysteme, Cloud-Migration, KI-Einsatz in Risikoprozessen und die Sicherheitsarchitektur großer Institute.