Wero, Instant Payments und der lange Weg zur europäischen Antwort

Wero hatte einen guten Start — jedenfalls auf dem Papier. Die von der European Payments Initiative getragene Wallet ist inzwischen in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden verfügbar. Der eigentliche Prüfstein beginnt jedoch erst mit der Ausweitung auf den stationären Handel und den E-Commerce.
Nutzung wächst, Nutzung ist nicht alles
Die Nutzerzahlen sehen ordentlich aus: mehreren Sparkassen- und Volksbanken-Kunden bietet Wero inzwischen einen einfachen Weg für Person-zu-Person-Zahlungen. Die entscheidende Frage lautet aber, ob Händler Wero als eigenständiges Bezahlverfahren annehmen — nicht als Nachahmung bestehender Wallets.
Das Netzwerk-Problem
Zahlungsverfahren sind Netzwerkgüter. Sie werden dann attraktiv, wenn sie beidseitig — bei Konsumenten und Händlern — verbreitet sind. Wero steht damit vor derselben Aufgabe, an der frühere europäische Initiativen gescheitert sind: die parallele Aktivierung beider Marktseiten.
Was die Karten-Netzwerke besser können
Visa und Mastercard investieren seit Jahren in tokenisierte, kartenlose Bezahlflüsse. Wero muss zeigen, dass es ohne Kartenschiene mindestens denselben Komfort erreicht — bei geringeren Interbankenkosten. Der Erfolg oder Misserfolg entscheidet sich in den kommenden achtzehn Monaten.